Fakten zu Mezzanine

1. Eine gemeinsam vom Finance-Magazin mit der HVB durchgeführte Umfrage unter 23 Unternehmen im ersten Halbjahr 2006 mit Umsätzen zwischen 36 Mio€ bis 740 Mio€, die repräsentativ für das Gros der Mezzanine-Nehmer sein dürften, ergab:
• 14 empfanden den Zinssatz als „günstig“, 5 als „angemessen“, nur 4 als „zu hoch“
• 10 fanden die Preisfindung als transparent, 5 nicht und 8 äußerten sich nicht
• 20 Unternehmen haben ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis attestiert, ihre Ziele wurden   erreicht
• 22 Unternehmen würden bei gleichen Voraussetzungen wieder Mezzanine aufnehmen, 1 nicht
• 18 nahmen Mezzanine für Wachstumsfinanzierung auf
• Platzierungsrisiko wurde kaum gesehen – auch dank der Reputation der Kapitalgeber
• 8 kritisierten, daß Hausbanken Druck ausübten, um eigenes Mezzanine zu verkaufen. Aber: Unternehmen mit Investment-Grade
  beeindruckt dies nicht
.
• Als wichtigster Vorteil wurde neben dem Eigenkapital-Charakter die Bankenunabhängigkeit gesehen
• Fazit: 20 sehen in Mezzanine ein geeignetes Finanzierungsinstrument für größere Teile des Mittelstandes

2. Unternehmen, die Mezzanine aufgenommen haben, wachsen dynamischer und ertragreicher als solche ohne Mezzanine-Finanzierung. Zu diesem Schluß kommt eine Studie der IKB. Für diese Studie wurden die Jahresabschlüsse von 420 Unternehmen (davon 60 Mezzanine finanziert) aus den Jahren 2000 - 2004 ausgewertet. Mit Mezzanine getätigte Investition führen somit nach Abzug der Finanzierungskosten zu einem echten Mehrwert für das Unternehmen.

3. Mezzanine wird häufiger eingesetzt, als viele Unternehmer denken. Folgende Übersicht führt über 400 Mezzanine-Nehmer auf. Neben den aufgeführten Unternehmen gibt es einige Hundert weitere, die mittels anderer Programme Mezzanine aufgenommen haben.

4. Der Zinssatz für Mezzanine ist nur optisch hoch. Finanziert werden i.d.R. Unternehmen bis zum Rating Baa3. Hier liegt die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit bei rund 0,7% pro Jahr. Bei einer Laufzeit von 7 Jahren ergibt sich hiermit ein Risiko von knapp 5%. Da mit den 5% nur das Risiko abgegolten wird, muß noch der Euribor hinzuaddiert werden. Übrigens entspricht eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,7% einer Lebenserwartung für ein Unternehmen von 140 Jahren. Und: Mit Mezzanine sollte sich die Bonität derart verbessern, daß der Zinssatz für die klassischen Firmenkredite sinkt.
In einzelnen Branchen (z.B. Automobilzulieferindustrie) können die Ratings-Ausgaben gedanklich dem Marketing zugeordnet werden. Ein Rating verbessert i.d.R. die Stellung gegenüber dem Kunden, da dessen Vertrauen in die mittelfristige Lieferfähigkeit steigt.

5. Für Mezzanine benötigen Sie nicht zwingend eine gute Bonität. Mittlerweile gibt es erste Mezzanine-Programme für den sogenannten "Non-Investment-Grade". Voraussetzung ist, daß eine positive Entwicklung glaubhaft dargestellt werden kann. Aus diesem Grund kann von den wesentlich teureren "Privatplazierungen" nur abgeraten werden.

6. Mezzanine-Vermittler kassieren doppelt. Ein Mezzanine-Vermittler rechnet nicht nur mit seinem Auftrager, dem Unternehmen ab, sondern erhält i.d.R. auch eine Provision vom Mezzanine-Geber. Dies beeinflußt u.U. seine Unabhängigkeit. Ich "spiele mit offenen Karten" - volle Transpranz für Sie!

7. Selbst eingeworbenes Genussrechtskapital ist i.d.R. keine Alternative. Die hierfür werbenden Kanzleien können zwar die erforderlichen Prospekte erstellen, aber i.d.R. nicht die Platzierung des Kapitals garantieren. Die Zusatz-Kosten der "Finanzierung ohne Bank" sollten nicht unterschätzt werden.

8. Wird Mezzanine nur angestrebt, weil klassische Kredite nicht mehr besichert werden können, bieten sich heute auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten an, ohne daß das die Gesellschafter Stimmrechte einbüßen müssen. (Gleichwohl sollten selbstkritisch die Ursachen für die Schieflage hinterfragt werden.)

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